Die Geschichte von Honey und Baghira

Manchmal gibt es Tiere, die kurz vorbeikommen, eine Weile bei dir bleiben, und dich auch bald wieder verlassen. Einerseits traurig, andererseits scheint es, sie sind zur dir geschickt worden, um dir über eine gewisse Zeit zu helfen.

So war es mit Honey. Nachdem ich meine Katze Lucy nach gut 10 Jahren gehen lassen musste, während ich beruflich eine unangenehme Zeit hatte, war ich mehr als unausgeglichen und unglücklich. Von vielen Seiten kam der Vorschlag, such dir eine neue Katze. Naja, man kann ja mal ein bisschen suchen…Eigentlich war mir klar, ich wollte ein Katzenpärchen, denn zwei Katzen sind sich doch gleich Gesellschaft.

Also hab ich einige Pärchen rausgesucht, und auch besucht. Aber der Funke sprang nicht wirklich über. Dann fand ich zwei zauberhafte Katzen auf der Internetseite eines niederrheinischen Tierschutzvereins. Bei meinem Anruf bemerkte die Kontaktperson etwas konsterniert „zwei Jahre interessiert sich keiner für die beiden, und jetzt sind Sie die dritte Interessentin in zwei Wochen“. Tja, dumm gelaufen. Aber: „Ich hab heute morgen von einem weiteren Katzenpärchen gehört, sollen ein Notfall sein, ich weiss nichts genaues, aber ich mache mich schlau und rufe Sie zurück“.

Eine Woche später sass ich 60 km von Düsseldorf entfernt auf einem Sofa, mit Keksen und Kaffee, und mit Honey und Baghira. Also, die beiden natürlich nicht auf dem Sofa. Sie waren voll beschäftigt, sich zu produzieren – kann man kaum anders sagen. Beide etwas übergewichtig, aber unglaublich lieb. Schnurren und Kuscheleinheiten gabs schon beim ersten Besuch. Natürlich hat der Tierschutz ein Wort mitzureden, und ich wollte auch nichts überstürzen, also bin ich ohne die beiden wieder gefahren.

Wieder eine Woche später sind die beiden dann zu mir umgezogen. Komplett mit Kratzbaum und Transportboxen. Obwohl sie zunächst nicht unglücklich schienen, ihr Zuhause aufzugeben, die ersten Stunden waren Horror! Honey rannte kreischend durch die Wohnung und suchte den Ausgang. Baghira, grosse Klappe aber nix dahinter, immer hinterher. Irgendwann haben sie sich beruhigt.

Das war Anfang Dezember. Es hat maximal drei Tage gedauert, dann hatten sie die Wohnung übernommen. Ich durfte aber wohnen bleiben, da hab ich echt Glück gehabt. Aber auch nur unter der Bedingung, regelmässig die  Dosen zu öffnen und in die Näpfchen zu füllen. Glück gehabt!

Weihnachten und Silvester haben wir schon zusammen gefeiert. Coole Socken, Honey sass während des Feuerwerks am Fenster und genoss die Aussicht. Und nahm die Huldigungen meiner Gäste herablassend und leise lächelnd entgegen.

Im März hatte ich das Gefühl, sie atmet etwas schwer. Also hab ich zwei neue Transportboxen gekauft, und wir haben schon mal den Besuch beim Tierarzt geübt:

Übung vor dem Tierarztbesuch

Die TÄ stellte sehr schnell ein massives Herzproblem fest. Wir waren noch in der Tierklinik in Duisburg, wo eine weitere TÄ nur Sekunden nach Ansetzen des Ultraschallgeräts meinte, das wäre ein ganz schlimmes Herz! Letztendlich fand ich, sie hätte eine Chance verdient. Und mit einer Vielzahl an Medikamenten, für Herz und Nieren, gegen Wasser und Blutdruck, hatten wir noch wunderbare drei Monate. Ich habe gefeiert, als ich Honey eines Nachts auf dem Kratzbaum entdeckt habe. Bis ganz nach oben ist sie geklettert! Jedes Leckerchen hat geschmeckt, und gelegentlich wurde mit der Schwester geprügelt. Ganz normal alles.

Beruflich habe ich in diesen Wochen eine neue Chance angeboten bekommen, kurz überlegt, vielleicht auch ein wenig gezweifelt, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Damit ist eine Zeit der ständigen Anspannung, des mentalen, emotionalen Stress zu Ende gegangen, die mir im Rückblick überaus anstrengend scheint.

Und dann Honey: Auf einmal war es sehr schnell vorbei. Kurz nach meinem Wechsel kam ich nach Haus, sie atmete sehr schwer und bekam schlecht Luft. Auf dem Balkon ging es, aber über Nacht wurde es wieder schlimmer, und am nächsten Morgen musste ich sie gehen lassen.

Sie war eine sehr souveräne, ausgeglichene, glückliche Katze. Sie hat mir Ruhe und Gelassenheit gegeben. Sie hat mir zugehört, nie Widerworte gegeben, und war unermüdlich bereit, sich streicheln zu lassen.

Und jetzt sind wir allein. Baghira und ich. Die beiden waren sich nie wirklich grün, haben sich bestenfalls ignoriert, aber Baghira hat ihre Schwester in der ersten Zeit sehr vermisst. Mittlerweile lebt sie aber auf, bekommt alle Aufmerksamkeit ganz allein, und alle Leckerchen. Insgeheim fehlt ihr Honey aber bestimmt genauso wie mir.

Gute Reise Honey.

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